Zwei sozial isolierte junge Menschen finden durch die unmittelbare Begegnung mit dem Tod – genauer: mit den Hinterlassenschaften einsam Verstorbener – zu einer lebendigen Teilnahme am sozialen Leben. Positive und negative Emotionen sowie zum Teil drastische sinnliche Erfahrungen (riechen, sehen, schmecken, berühren) spielen dabei eine zentrale Rolle. Hilfestellung leistet dabei ihr väterlicher Chef einer Leichenfundortreinigungsfirma. Was zum seelischen Rückzug der jungen Menschen geführt hatte, welche psychischen Abwehrmechanismen – ursprünglich durchaus notwendig zum Selbstschutz – ihre Einsamkeit aufrechterhalten haben und wie sie durch die Auseinandersetzung mit den Wohnungen und Gegenständen der Toten nicht nur diese, sondern auch sich selbst wieder als lebendig erfahren, wollen wir in unserem psychoanalytisch orientierten Vortrag näher untersuchen und mit dem Publikum diskutieren.
Veranstalter: Mainzer Psychoanalytisches Institut (mpi), Landesmuseum Rheinland-Pfalz
