Buch und Autor

Sonderausgabe "Neringa oder Die andere Art der Heimkehr"

Neringa oder Die andere Art der Heimkehr

Klack klack. Absätze auf Pflastersteinen. Klack, kommt die Erinnerung zurück. Auf der Großen Bleiche, vor der Christuskirche. Klack. Ausgelöst durch einen Film, durch Bilder und Postkarten erinnert sich der Protagonist an seinen Großvater, der als Mainzer Pflasterer die Steine gelegt haben soll, auf denen wir heute gehen. Er beginnt schließlich in der Geschichte seiner Familie zu forschen, sucht nach Spuren in den Erinnerungen der Verwandten. „Auf Pflaster kann man gehen, wer Steine verlegt, schafft eine Grundlage, die anderen dient“. Er kommt nicht umhin, am Lebenswerk des Großvaters den eigenen Verdienst zu spiegeln. Gerade ist er 50 geworden, lebt in London und arbeitet in einem Großkonzern – immerhin, er verdient nicht schlecht. Doch nichts davon ist greifbar, nichts lässt sich als ‚Werk‘ bezeichnen. Kinderlos wie er ist, gäbe es ohnehin niemanden, der sich an ihn erinnert. Er ist ruhelos, unzufrieden, durch seine eigene Vergangenheit weht der Wind des Bedauerns. Dann begegnet er Neringa und sie schafft es, ein Bild aus seinen Erinnerungen zu legen. Die junge Frau hat sich fernab der Heimat Litauen ihre eigenen Zufluchten geschaffen und gibt dem Protagonisten ein Gefühl nach einer ganz anderen Art der Heimkehr, nach der er sich so lange gesehnt hat.

Neringa oder Die andere Art der Heimkehr erhalten Sie im (stationären) Buchhandel oder als mare-eBook. Zudem hat der mare-Verlag im Rahmen des Lesefests ‚Mainz liest‘ eine extra angefertigte Sonderausgabe herausgegeben. Diese ist ab sofort als Taschenbuch für 12€ erhältlich.

Stefan Moster

Stefan Moster wurde 1964 in Mainz geboren. Heute lebt er als Schriftsteller, Übersetzer, Lektor und Herausgeber in Helsinki und Berlin. U. a. hat er Werke von Petri Tamminen, Rosa Liksom und Ilkka Remes ins Deutsche übersetzt. Darüber hinaus engagiert er sich als Seminarleiter für junge Übersetzer:innen und als Vermittler zwischen deutschen und finnischen Verlagen. 2009 erschien sein Debut Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels. Darauf folgten vier weitere Romane. Darunter 2016 Neringa oder Die andere Art der Heimkehr. Zuletzt erschien 2019 sein Roman Alleingang. Für sein Werk wurde Stefan Moster vielfach ausgezeichnet. So erhielt er 2001 den Finnischen Staatspreis für ausländische Übersetzer, 2007 ein Stipendium der Prosawerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin und 2018 den Martha-Saalfeld-Förderpreis. Zudem nahm er 2012 am Wettlesen zum Ingeborg-Bachmann-Preis teil. Für seine Übersetzung von Volter Kilpis „Im Saal von Alastalo“ wurde er für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 nominiert.

Foto: © Mathias Bothor